Regionale Spezialitäten aus dem Darguner Kloster

Dargun ist nicht nur bekannt für seine Klosterruine mit den spannenden Kulturveranstaltungen, sondern auch für seinen Gin aus regionalen Zutaten. Den gibt es im Klosterladen beim Klostervogt Jürgen Hartwig. Aber das Sortiment des Klosterladens hat noch mehr regionale Feinkost zu bieten: Im kleinen Laden gibt es immer mal was Neues zum Ausprobieren und zum Verschenken. (Bilder von Thomas Strysch)

Auf dem Weg zum Klosterladen laufen wir durch die Darguner Klosterruine. Das Spezialitätengeschäft befindet sich inmitten der imposanten Gemäuer.

Die Feinkostkarriere des Klostervogt begann vor sechs Jahren, als er für die “Grüne Woche” in Berlin mehr als 2000 Trüffel hergestellt. Zusätzlich nimmt er auch noch selbstgemachte Wurst und seinen hausgemachten Kräuterlikör namens “Höllenfeuer” mit. Obwohl er kein Chocolatier ist und aus einem anderen Berufsfeld kommt, werden ihm seine Produkte aus der Hand gerissen. Nach diesem geglückten Start, stellte er sich die Frage, ob er seine Produkte nicht auch in der Darguner Heimat verkaufen sollte. Eine große Portion Glück paart sich mit Mut:  Der freigewordene Laden im Darguner Kloster bekam einen neuen Besitzer.

Trüffel, Gin, Fayencerie – das regionale Angebot des Klosterladens ist groß

Das Sortiment des Klosterladens ist mit der Zeit immer mehr gewachsen. Nicht nur mehr Kunden, sondern auch immer mehr Produzenten aus der Region sind auf den Laden aufmerksam geworden.  Mittlerweile verkauft er deshalb auch eine Vielzahl regionaler Produkte, die nicht aus eigener Herstellung kommen. So gibt es etwa Fayencerie zu kaufen, die von einer in Meißen ausgebildeten Keramikmalerin handbemalt sind.  Die traditionellen Muster und Ornamente gab es früher in vielen Regionen. Heute sind sie  immer weniger verbreitet und geraten langsam in Vergessenheit.

Aber nicht nur die Ästhetik des Keramik ist in der örtlichen Tradition verankert, sondern auch die  Logos der vertriebenen Produkte. Auf dem Etikett des hausgebrannten Gins ist König Olaf abgebildet. Seine Gestalt befindet sich auch auf dem Altar des Klosters wieder. Das Geschirr, das im Laden verkauft wird, ist mit dem Klostervogt Hartwig selbst gestempelt –  einer historischen Figur des Klosters, die aus dem Mittelalter entstammt.

Bei so viel Liebe zum Detail ist es klar, dass die Produkte weder preislich noch qualitativ nicht dem Niveau von Supermarktprodukten entsprechen. Bei den Produkten des Klostervogt handelt es sich vielmehr um exquisite Kompositionen à la Mirabellen-Cognac Fruchtaufstrich mit Obst aus Mecklenburg.

Wem jetzt shcon das Wasser im Mund zusammenläuft, der interessiert sich als Klimaschützer wahrscheinlich auch für die Klimabilanz der Produkte. Die dürfte ziemlich gut sein, denn bei der Produktion wird auf Sparsamkeit bei der Kochzeit geachtet und auf die Regionalität der Zutaten. Das ist nicht nur für den Klimaschutz wichtig, sondern auch für den Geschmack. Für seine Produkte versucht Jürgen Hartwig deshalb auf Obst und Gemüse aus der Region zurückzugreifen. “Dass Früchte aus Peru kommen, davon halte ich überhaupt nichts! Das ist in meinen Augen Blödsinn.” Dass das noch nicht immer mit den kulinarischen Vorlieben zu vereinbaren ist, zeigt sich aber auch im Sortiment. Es gibt also noch Luft nach oben.

Dabei macht Regionalität auch geschmacklich Sinn. “Eine kleine Brombeere, die aus dem Wald kommt, hat doch ein ganz anderes Aroma, als so ein überzüchtetes Riesending.” Wir fühlen uns inspiriert, selbst bald wieder auf den mecklenburgischen Streuobstwiesen, den Alleen mit Birnbäumen und Waldwegen Zeit zu verbringen und aus der Ernte eigene Leckereien zu kochen.

Mit diesem Abschlusssatz verabschieden wir uns vom Klostervogt Hartwig und bedanken uns für die vielen gewonnenen Einblicke in den Darguner Feinschmeckerladen!