Auf ihren Weiden treibt Naturschutz die schönsten Blüten

Sophie und Christoph wohnen mit ihrer Tochter und mehr als 140 Rindern in Schlakendorf. Wie sich die beiden für den Naturschutz engagieren, erfahren sie hier.

Christoph besaß bereits ein paar Mutterkühe, als sie sich kennenlernten. Die Beiden fackelten nicht lange: Gemeinsam beschlossen Sophie und Christoph, dass sie ihre Herde gerne vergrößern würden und machten sich auf die Suche nach Grünland. Als zu dieser Zeit mit 10 Muttertieren angefangen haben, konnten sie sich kaum vorstellen, dass die Herde mit Kälbern und Nachzucht heute über 140 Tiere zählt.

Weil das umliegende Land heute wie damals größtenteils von kommerziellen Landwirten besetzt ist, war diese Aufgabe nicht so leicht wie gedacht. Durch einen Zufall sind sie schließlich auf eine Stiftung namens Wälder für Morgen gestoßen, die sich in strukturschwachen Gegenden wie der mecklenburgischen Schweiz, für eine naturnahe Landwirtschaft einsetzt. Um zu zeigen, wie natürliche Wälder und Freilandflächen aussehen, unterstützt die Stiftung Wälder für Morgen die Bewirtschaftung von sog. Freilandlaboratorien. Darunter versteht die Stiftung solche Flächen, in denen die Natur zeigt, wie sie es selbst macht, wie Wälder und Biotope ohne den Einfluß von Intensiv-Waldwirtschaft aussehen würden. Denn diese Veränderung der Wald-und Wiesenflächen geht vor allem auf ökonomisch-technische Anforderungen zurück. Artenschutz und Biotope haben auch eine pädagogische Funktion, wenn Kinder und junge Erwachsene mit eingebunden werden.

Christoph und Sophies Konzept der Landwirtschaft passt in das Naturschutzkonzept der Stiftung.  Die beiden gehören mittlerweile zu deren wichtigsten Partnern in MV. Sie bewirtschaften ca. 350 Hektar Offenland für die Stiftung, worunter 90% Grünland und 10 % Ackerland fallen. Die Flächen liegen in bei Teterow und Hohen Demzin/ Lübzin in Glasow, in Lelkendorf und in Schlakendorf.  Sophie erzählt, dass sie das Grünland beweiden, während auf dem Ackerland verschiedene Naturschutzprojekte passieren.

“Das ist ‘ne echte Insektenparty dort!” erzählt uns Sophie.

Durch die artgerechte Haltung auf den großen Weideflächen haben Sophie und Christoph keinen Bedarf an besonderem Kraftfutter und können auf den Ackerflächen ganz unterschiedliche Naturschutzmaßnahmen durchführen. In Groß Markow pflegen die beiden zum Beispiel Schreiadler Projekte. Auf anderen Blühstreifen haben sich Bodenbrüter angesiedelt. Diese dürfen deshalb für einen bestimmten Zeitraum weder beweidet, noch gemäht werden. Darüber hinaus haben die beiden auch fünfjährige Blühstreifen angelegt, also solche die fünf Jahre nicht gemäht oder beweidet werden dürfen. “Dafür haben wir spezielle Blühmischungen gekauft, die auch viel Geld kosten.” Darin sind mehr als 40 unterschiedliche Wildkräuter enthalten. 

Sophie und Christophs Blühstreifen sind echte Schmuckstücke in der mecklenburgischen Schweiz. Letztes Jahr zierten nicht nur Sonnenblumen und Löwenzahn Schlakendorfs grüne Wiesen, sondern auch große Fenchelstauden, die besonders schöne und feine Blütenstände haben. Wenn das mal keine Idylle ist!